Fuego del Norte
03.06.2026

Die Bedeutung des PDAES

Der PDAE (Perro de Agua Español) ist ein extrem vielseitiger Arbeitshund.

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Die Hunde wurden regional unterschiedlich eingesetzt - im bergigen Süden (vor allem in Andalusien) als Hütehund für Schaf- und Ziegenherden und an der Küste als Helfer der Fischer.

Sie wurden traditionell wegen ihrer Widerstandsfähigkeit, ihrer Eignung für die Wasserarbeit und als Allrounder auf dem Hof geschätzt.

Was sind nun wichtige Punkte, die eine Bedeutung für den Job dieser Rasse haben? Was tun die denn da überhaupt, wenn sie arbeiten?

An der Küste Nordspaniens und in den Sumpfgebieten halfen die Perros den Fischern dabei, Boote an Land zu ziehen. Sie zogen das Tau (die Bootsleinen) zwischen den Schiffen und der Anlegestelle und zogen die Taue zu schwimmenden Bojen und überbrachten Nachrichten zwischen den Booten. Sie holten Fische, die aus den Netzen ins Meer gefallen waren, zurück und halfen dabei, verlorene Gegenstände oder Netzteile aus dem Wasser zu holen und beim Bewachen der Boote. Die langen Wartezeiten auf See nutzten die Fischer oft, um die gelehrigen Hunde zu bespaßen. Dabei brachten sie ihnen unzählige Kunststücke bei  und es war den Perros alles andere als langweilig.

Außerdem wurde der PDAE zum Apportieren von erlegtem Federvieh (Wasservögel) verwendet.

Die Zurückhaltung gegenüber Fremden und die starke Bindung an die eigene Familie kommen aus der traditionellen Haltung als wertvoller Arbeitshund. Da sie als echte "Allrounder" beim Hüten, Apportieren und bei der Fischerei für ihre Besitzer eine immense wirtschaftliche und existenzielle Bedeutung hatten, durften sie sich nicht „klauen lassen“. Sie entwickelten eine tiefe Loyalität und orientierten sich extrem an ihrer Bezugsperson.

Dies erklärt auch weitere typische Eigenschaften der Rasse. Die Hunde mussten nicht nur arbeiten, sondern oft auch Hab und Gut sowie die Herden bewachen. Fremden gegenüber sind sie daher von Natur aus oft reserviert, misstrauisch und wachsam. 

Auf den Fischerbooten waren die Hunde oft tagelang auf wenigen Quadratmetern mit den Fischern unterwegs. Jede Bewegung der Menschen wurde genau registriert. Auf stürmischer See mussten Befehle sofort sitzen, das schweißte Mensch und Hund zusammen.  

Spanische Wasserhunde neigen auch heute dazu, ihren Menschen auf Schritt und Tritt im Haus zu folgen. Sie haben eine hohe Empathie und sie reagieren feinfühlig auf die Stimmung, Körpersprache und Stimmlage ihrer Besitzer. Oft binden sie sich trotz Familie an eine ganz spezifische Hauptbezugsperson. 

Die ersten Aufzeichnungen von der Iberischen Halbinsel stammen bereits aus dem Jahr 1100. Es ist wahrscheinlich, dass die Rasse noch älter ist. Im Jahr 1100 wurden diese Hunde das erste Mal in schriftlichen Dokumenten und Zeichnungen eindeutig beschrieben. Die tatsächliche Existenz reicht weiter zurück.

Viele Kynologen vermuten, dass die Vorfahren der Wasserhunde bereits vor 3.000 Jahren auf die Iberische Halbinsel kamen. Die Phönizier-Theorie besagt, dass phönizische Händler die zotteligen Hunde ca. 1.000 v. Chr. über den Seeweg nach Südspanien brachten.

Der Kantabrische Wasserhund (Perro del Cantábrico) ist eine Varietät (Variante) aus Nordspanien, die vom Real Sociedad Canina de España (Königliche Gesellschaft für Kynologie Spaniens) im Jahr 2011 als regionale Varietät des Perro de Agua Español offiziell als eigenständige Rasse anerkannt wurde. Er wird als eigener Typus innerhalb des offiziellen Rassestandards des Spanischen Wasserhundes geführt (FCI-Gruppe 8).

Der Kantabrische Wasserhund stammt exklusiv aus den Küstenregionen Kantabriens in Nordspanien und unterscheidet sich durch sein begrenztes Verbreitungsgebiet, seine Historie als Küstenhelfer und seinen etwas schmaleren Körperbau. 

Im Vergleich  zum Spanischen Wasserhund ist er etwas leichter und größer und wendiger gebaut, um an die rauen Bedingungen an der Nordküste mit den felsigen Klippen besser angepasst zu sein. Er ist ein exzellenter Schwimmer mit einer enormen Ausdauer.

Obwohl die hellen und weißen Farbtöne am weitesten verbreitet und am bekanntesten sind, erlaubt der Rassestandard auch dunkle Farben beim Kantabrischen Wasserhund.

Die Rasse des Spanischen Wasserhundes hat ein vielfältiges Farbspektrum, es gibt ihn in verschiedenen einfarbigen und zweifarbigen Varianten.  Einfarbig: Weiß, Schwarz und Braun (in allen unterschiedlichen Nuancen wie z. B. Kastanienbraun, Zimtfarben oder Dunkelbraun).  Zweifarbig: Weiß und Schwarz und Weiß und Braun (in verschiedenen Nuancen)

Dreifarbige Hunde sowie schwarz-lohfarbene oder haselnussbraune (tan-farbene) Zeichnungen sind laut dem offiziellen Rassestandard nicht zulässig.

Wobei helle Hunde oft gezielt für die Wasserarbeit eingesetzt werden. Das hat rein praktische Gründe. Helle Hunde sind im Wasser besser sichtbar, besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen, Wellengang oder in der Dämmerung. Während man für die Hütearbeit braune oder schwarze Hunde eingesetzt hat, um die Hunde zwischen den hellen Schafen besser zu sehen.

Der anerkannte Hauptzuchtverband in Spanien ist die AEPAE (Asociación Española del Perro de Agua Español), der offizielle und von der Real Sociedad Canina de España (RSCE) sowie der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannte Hauptzuchtverband für den Spanischen Wasserhund. Dieser Verein legt bei seinen Zuchtzielen und Arbeitsprüfungen (wie Apportieren im Wasser und Tauchübungen) enormen Wert auf den Erhalt der ursprünglichen jagdlichen und maritimen Fähigkeiten des PDAEs.

Auch die Anforderungen an den Körper in Bezug auf Flexibilität resultieren aus dieser Tätigkeit. Eine gute Wendigkeit kann bei Hütehunden durchaus von Nutzen sein.

Dass man bei dieser Art von Arbeit kein dichtes Haarkleid braucht, ist wohl klar. Außer hier oben an der Strandbar auf Sylt kommt es auch nicht auf das Volumen des Haares an.

Eine lose Kehle ist hier übrigens durchaus mal gewünscht bei einem sturen Schaf - der im Zeitalter von Mietwohnungen und enger Besiedelung durchaus nachvollziehbaren Wunsch des Hundehalter nach einer gewissen stoischen Lautlosigkeit und Unbelligkeit bringt bei dem, was ein PDAE eigentlich zu tun hat, nur leider eben so rein garnix außer dass die Schafe die Karten zum gemeinsamen Spiel rausholen.

 

Historisches Foto auf dem ein PDAE zu sehen ist.

Wir sehen mit gekräuselter Stirn, wie sich der „Markt“ der PDAES entwickelt und wie wir uns langsam von dem entfernen, was diese Hunde eigentlich sind und sein sollten.

Es sind keine Plüschdekohäschen für die Couch, es sind auch keine idealen Familien-, Kinder- und Therapiehunde. Das können sie alles sein, wenn man ihnen die grundlegende Basis im Leben dafür bietet.

Der PDAE hat keine kugelrunden Augen, auch wenn das der eine oder andere niedlich finden möge, sondern der Standard verlangt hier das leicht schräg liegende Auge, das sich leicht auch zu Seh-Schlitzen verziehen kann, je nach Stimmung oder Lage.

Der PDAE hat keine Ohren, die bis zu den Maulwinkeln hängen. Der Blick soll offen, klar, neugierig und intelligent sein, zum Dialog mit dem Hund einladen.

Ein Punkt, der uns öfter mal getriggert hat, das ist die Sache mit „den Köpfen“.

Zugegeben, der Geschmack liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber eben nur innerhalb dessen, was uns der Standard als Rahmen bzw. Spielraum lässt.

Standard 336 der FCI sagt über den Kopf folgendes aus: 
 

Züchter sollten sich dessen bewusst sein (Aussteller und Richter auch…), dass ein abrupter Stopp und ein stark gewölbter Schädel

NICHT korrekt sind!

Und hier zählt der persönliche Geschmack eben nicht mehr.

Die Pfoten sind breit, eher rund (Katzenpfoten) und die Zehen liegen fest und eng beieinander. Im Stand sollten die Vorderpfoten nicht nach außen zeigen. X- oder O-Beine gelten als fehlerhaft.

Viele Züchter achten heute vorrangig auf Familienfreundlichkeit und ein schönes Aussehen, weniger auf Arbeitsfähigkeit.

Der Verhaltensstandard der FCI:
 

Die, die einen guten Arbeiter haben, finden die Optik zweitranging und stellen die Funktionalität in den Vordergrund. Die „Schaffer“ müssen nicht zwangsläufig unattraktiv sein.

Der PDAE wurde für die Hütearbeit und Fischerei gezüchtet, alles andere, wofür er heute gebraucht, missbraucht und zweckentfremdet wird ist Beiwerk, Abfallprodukt und resultiert aus der züchterischen Arbeit über viele viele Generationen, die lediglich der Selektion eines Hütehundes auf Leistung, Instinkt und Kooperation diente.

Und wenn wir Verkaufsanzeigen sehen, in denen die Annonce die Welpen als „Allergikerfreundliche Familienhunde“ ausweist, können wir gar nicht soviel……- Sie wissen schon, oder?

Fuego del Norte Goya

Heute Morgen im Feld…bevor die Hitze kam